Lithografie


Anton André und Alois Senefelder (Erfinder der Lithografie)

Lithographie von Karin André

ALOIS SENEFELDER (1771-1834)

Lithographie – Das Steindruckverfahren

Die Bezeichnung Lithografie leitet sich von altgriechisch: lithos, „Stein“ und graphein, „schreiben“ ab. Damit beschreibt das Wort an sich schon ganz gut die Verfahrensweise des Druckvorgangs bei der Lithographie. Es wird das zu druckende Motiv seitenverkehrt mit Fettkreide oder -tintedirekt auf eine plan geschliffene Steinplatte gezeichnet. Diese wird anschließend mit Ätzflüssigkeit behandelt. An den Stellen, wo sich keine Zeichnung befindet, dringt die Flüssigkeit in die Poren des Steins ein. Sobleibt später beim Aufwalzen der Druckerschwärze die Farbe nur an den gezeichneten Linien haften. Der restliche, mit Ätzflüssigkeit behandelte Bereich stößt sie jedoch ab. Damit gehört die Lithographie zu den Flachdruckverfahren.Schon damals wurde dafür sogenannter Solnhofer Kalkstein verwendet, da sich dieser aufgrund seiner Feinkörnigkeit besonders eignet.

Mehrfarbige Drucke

Soll eine Farblithographie entstehen, muss für jede Farbe ein eigene Steinplatte angefertigt werden. Dafür wird vom Motiv eine Konturenzeichnung angefertigt und auf jeden Stein seitenverkehrt übertragen. Anschließend wird mit Fetttusche oder Fettkreide jeweils nurder Teil des Motivs, der die jeweilige Farbe bekommen soll, auf die entsprechende Platte übertragen. Um im Druck ein genaues Übereinanderliegen der Motivteile zu erreichen, werden Passkreuze oderMarkierungen an den Ecken der Steine angebracht. An diesem wird auch der Papierbogen ausgerichtet.

ANTON ANDRÉ (1775-1842)

Auf seinen Reisen nach Wien kam es zur Zusammenarbeit mit dem Erfinder der Lithographie, Alois Senefelder und Anton André, der alsMusikverleger und Komponist in Offenbach ansässig war. In der Andre ́schen Notendruckerei in Offenbach am Main löste nun der Steindruck den Druck mit Kupfer- und Zinnplatten ab. 1801 gab es Kataloge mit Reihen, speziell für die Damen, mit Bearbeitungen von Originalwerken für Klavier, da sich die bürgerliche Frau Mitte 18. Jh. bei Hausmusik-Aufführungen gerne ans Klavier setzte. Die Erfindung des Steindrucks dehnte sich auch rasch auf die Bildende Kunst, den künstlerischen Steindruck aus.